Das Rolex Kaliber 3135 gehört zu den bewährtesten Automatikwerken, die jemals produziert wurden. Es wurde Ende der 1980er-Jahre eingeführt und in zahlreichen Datejust-, Submariner-, Sea-Dweller- und Yacht-Master-Referenzen eingesetzt. Bekannt ist es für seine Robustheit, stabile Amplitude und langfristige Zuverlässigkeit.
Trotz dieses Rufs für außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit sind korrekte Aufzugsparameter weiterhin entscheidend. Die Verwendung falscher Turns-per-Day-Werte (TPD) oder einer ungeeigneten Drehrichtung auf einem Uhrenbeweger führt zwar nicht sofort zu Schäden am Kaliber 3135 – kann jedoch langfristig zu ineffizientem Aufzug, unnötigem Verschleiß oder einer instabilen Gangreserve führen.
Dieser Leitfaden erklärt die richtigen TPD-Einstellungen für das Rolex Kaliber 3135, warum bidirektionaler Aufzug empfohlen wird und wie ein Uhrenbeweger für langfristige mechanische Schonung optimal eingestellt wird.
Rolex Kaliber 3135: Wichtige Aufzugseigenschaften
Bevor konkrete TPD-Werte betrachtet werden, ist es hilfreich zu verstehen, wie das Kaliber 3135 aufzieht.
- Aufzugssystem: Bidirektionaler Automatikaufzug
- Gangreserve: ca. 48 Stunden
- Rotoreffizienz: Hoch, mit robustem Umkehrradsystem
- Manueller Aufzug: Ja, über die Krone
Das Kaliber 3135 nutzt das bidirektionale Perpetual-Rotorsystem von Rolex. Das bedeutet, dass der Rotor die Zugfeder sowohl im Uhrzeigersinn als auch gegen den Uhrzeigersinn aufzieht. Dadurch erreicht das Werk mit weniger Handgelenksbewegungen eine volle Gangreserve als bei unidirektionalen Systemen.
Empfohlene TPD für das Rolex Kaliber 3135
Sicherer und effektiver Bereich
- 650–800 TPD
- Bidirektionale Rotation
Dieser Bereich hat sich als ausreichend erwiesen, um eine volle Gangreserve aufrechtzuerhalten, ohne den Aufzugsmechanismus unnötig zu belasten.
- Warum nicht niedriger?
Unterhalb von 600 TPD erreicht die Uhr möglicherweise nicht zuverlässig einen vollständigen Aufzug – insbesondere dann, wenn sie auf den Uhrenbeweger gelegt wird, nachdem bereits ein Teil der Gangreserve verbraucht wurde. Dies kann zu schwankender Amplitude und weniger stabiler Ganggenauigkeit führen.
Warum nicht höher?
Werte über 900 TPD bieten für das Kaliber 3135 keinen praktischen Vorteil. Sobald die Gleitkupplung der Zugfeder greift, erhöhen zusätzliche Rotationen die Gangreserve nicht weiter – sie steigern lediglich die mechanische Aktivität. Über längere Zeiträume kann eine übermäßige Rotation den Verschleiß des automatischen Aufzugssystems beschleunigen.
Drehrichtung: Warum bidirektional entscheidend ist
Da das Kaliber 3135 in beiden Drehrichtungen effizient aufzieht, ist eine bidirektionale Einstellung stets zu bevorzugen.
- Bidirektional: ✔ Empfohlen
- Nur im Uhrzeigersinn: ⚠ Funktionsfähig, aber ineffizient
- Nur gegen den Uhrzeigersinn: ⚠ Funktionsfähig, aber ineffizient
Die Verwendung eines einseitigen Aufzugs erfordert häufig höhere TPD-Werte zum Ausgleich, was dem Ziel eines schonenden und ausgewogenen Aufzugs widerspricht.
Praxisnahe Anwendungsszenarien
1. Tägliches Tragen + Uhrenbeweger
650 TPD im bidirektionalen Modus sind in der Regel ausreichend.
2. Langfristige Aufbewahrung auf dem Uhrenbeweger
Wenn die Uhr dauerhaft auf dem Uhrenbeweger verbleibt:
- 700–750 TPD bidirektional bieten eine sichere Reserve
- Wenn möglich, einen durchgehenden 24/7-Betrieb ohne Ruhezyklen vermeiden
3. Nachdem die Uhr vollständig stehen geblieben ist
Nach vollständigem Verlust der Gangreserve:
- Zunächst 20–30 manuelle Umdrehungen über die Krone durchführen
- Anschließend die Uhr auf den Uhrenbeweger setzen
Dies reduziert die Belastung des Automatiksystems und sorgt für einen stabilen Wiederanlauf.
Häufige Mythen zum Aufzug des Rolex Kalibers 3135
„Rolex-Werke können nicht überzogen werden.“
Technisch korrekt – die Gleitkupplung verhindert Schäden an der Zugfeder. Dennoch erhöht übermäßiger Aufzug den Verschleiß anderer Komponenten im System.
„Mehr TPD bedeutet bessere Ganggenauigkeit.“
Falsch. Sobald die optimale Amplitude erreicht ist, verbessert zusätzlicher Aufzug die Genauigkeit nicht und kann sogar unnötige Schwankungen verursachen.
„Alle Rolex-Kaliber verwenden dieselben TPD-Werte.“
Unzutreffend. Auch wenn viele Rolex-Werke ähnliche Konstruktionsprinzipien teilen, erfordern Unterschiede in Gangreserve und Rotoreffizienz stets kaliberspezifische TPD-Einstellungen.
Redaktioneller Hinweis
Bei Rotelux empfehlen wir den Einsatz programmierbarer Uhrenbeweger, die eine präzise Kontrolle von TPD und Drehrichtung ermöglichen. Für das Kaliber 3135 bietet ein stabiler bidirektionaler Aufzug im Bereich von 650 bis 800 TPD das beste Gleichgewicht zwischen Bedienkomfort und mechanischer Langlebigkeit.
Unsere auf Werkschonung ausgerichtete Aufzugsphilosophie wird ausführlich in unserem Uhrenbeweger-Leitfaden auf Rotelux.com erläutert.
| Werk | Drehrichtung | Empfohlene TPD |
| Rolex Kal. 3135 | Bidirektional | 650–800 |
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